Krippe in Süsel - eine lange Geschichte

Bis zum Jahre 2013 muss jede Gemeinde ausreichend Plätze für unter dreijährige Kinder bereitstellen ( sog. Krippenplätze ) Dieser Rechtsanspruch bedeutet erhebliche Mehrbelastung für die kommunalen Haushalte. Der Bund unterstützt die Schaffung von Krippenplätzen allerdings durch Zuschüsse.

Normalerweise werden die Krippenplätze an bestehende Kindertagesstätten angegliedert. So waren wir auch nicht überrascht, als im Frühjahr 2009 die Gemeindeverwaltung auf uns zukam und fragte ob die Kirchengemeinde Süsel bereit sei, eine Kinderkrippe zu betreiben. Wir sagten zu.

Zunächst musste die Standortfrage geklärt werden. Ein Anbau auf dem Gelände des Laurentiuskindergartens wurde erwogen, aber dann doch verworfen, weil das die Außenspielfläche der Kinder sehr eingeschränkt hätte, boten sich doch die Räume der mittlerweile leer stehenden alten Schule als möglicher Standort an. Eine Begehung auch mit einem Vertreter des Jugendamtes ergaben, dass nach einem Umbau diese Räume gut geeignet wären eine Kinderkrippe zu beherbergen.

So weit so gut: Umso überraschter waren wir dann von den Plänen einiger Gemeindevertreter ein sog. Bildungshaus an der neuen Schule einzurichten. Hier sollten Grundschule, Kindergarten und Kinderkrippe unter einem Dach vereint werden. Keine abwegige Idee, wenn es nicht in unserer Gemeinde schon einen Kindergarten in Süsel gäbe. Auf die Frage, was denn dann mit dem leer stehenden Haus geschehen sollte, gab es erst keine Antwort, dann etwas grob geäußert von einem Gemeindevertreter der CDU gegenüber einem Kirchenvorsteher “das sei dann wohl eher unser Problem“.

Gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit sieht anders aus!

Der Kirchenvorstand lehnte auf einer Sitzung im Juni 2009 den Umzug in die neue Schule ab, was dann zur Drohung des Vorsitzenden des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport führte, der Kirchengemeinde Süsel die Trägerschaft zu entziehen.

Es sah so aus als wolle die Gemeinderatsmehrheit, bestehend aus Vertretern der CDU und der freien Wähler zugunsten ihrer Bildungshausidee die bisher gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirchengemeinde aufs Spiel setzen. Lediglich die Vertreter der SPD hielten von der Bildungshausidee nichts, unter anderem auch aus Kostengründen. Und so kam es dann auch. Eine Kostenschätzung des mittlerweile von der Gemeinde beauftragten Architekten ergab Kosten für die Umbaumaßnahme von 1.1 Mio € obwohl Süsel ja einen gut ausgestatteten Kindergarten hat.

Der Traum vom „Bildungshaus“ war ausgeträumt. Wer aber nun glaubte, der alte Plan die Kinderkrippe in der alten Schule kostengünstig herzurichten, würde wieder aufgegriffen, sah sich abermals getäuscht. Auf einer Schulausschusssitzung überraschte wieder die CDU die Anwesenden mit dem Plan die alte Schule zu verkaufen und die Kinderkrippe auf dem Gelände der neuen Schule zu errichten. Dies sei günstiger und wenigstens zum Teil sei der „Bildungshausgedanke“ dann verwirklicht.

Der Kirchenvorstand war vollkommen überrascht. Mit uns als Träger auch einer geplanten Krippe war vorher nicht gesprochen worden. Erst im Nachhinein konnten wir unsere Bedenken gegen eine solche Lösung vortragen. Wir waren sogar bereit die alte Schule zu kaufen um die Gemeinde Süsel finanziell zu entlasten. Die Kreditkosten wäre zu einem großen Teil durch die Mieteinnahmen der Wohnungen die sich im hinteren Teil des Schulgebäudes befinden gedeckt worden. Wir hielten es für sehr bedenklich, Krippe und Kindergarten so weit voneinander zu betreiben. Wir waren auch bereit über einen Anbau am St. Laurentius Kindergarten noch einmal neu nachzudenken.

Auch hier – kein Gespräch, keine Verhandlung. Die Gemeinderatsmehrheit hielt an ihren Plänen fest und schlug unsere Einwände in den Wind. Auf der entscheidenden Sozialausschusssitzung verstieg sich ein Gemeindevertreter der freien Wähler in einem Nebengespräch zu der Äußerung, er stimme für die Lösung in der neuen Schule eben auch deswegen, um der Kirche eins auszuwischen. Auch wenn diese Bemerkung nicht öffentlich vorgetragen und vielleicht auch nur eine flapsige Bemerkung gewesen sein sollte, so zeigt sie doch deutlich wie schlecht die Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Gemeinderatsmehrheit und der Kirchengemeinde geworden ist. Wir bedauern das außerordentlich und sind dies aus der Vergangenheit auch nicht gewohnt. Auch bei unterschiedlicher Position wurde verhandelt und um Kompromisse gerungen.

Dass wir es schlussendlich abgelehnt haben, die Trägerschaft der Kinderkrippe in der neuen Schule zu übernehmen, soll aber nun bitte nicht als verärgerte Reaktion unsererseits verstanden werden. In Teilen der örtlichen Presse wurde das ja so dargestellt. Die Entscheidung die Trägerschaft der Krippe nicht zu übernehmen ist uns nicht leicht gefallen. Die Entfernung zwischen Kindergarten und Krippe hätte dazu geführt, dass sich zwei Einrichtungen entwickelt hätten. Abstimmung der Öffnungszeiten, Austausch von Kindern zwischen Krippe und Kindergarten je nach Entwicklungsstand und Vertretungsfragen sind schlechter zu lösen.

Diese Probleme hätten uns als kleinen Träger, so war jedenfalls unsere Befürchtung, überfordert. Und zu guter letzt, der Standort für eine Krippe auf dem Schulgelände erscheint uns nicht optimal. Vergessen wir nicht, bei Krippenkindern handelt es sich um Säuglinge und Kleinstkinder. Nutzerkonflikte scheinen uns nicht ausgeschlossen.

Noch einmal: Die gegenwärtigen Probleme in der Zusammenarbeit mit der Kommune waren für unsere Entscheidung nicht ausschlaggebend, es waren fachliche und organisatorische Probleme, die uns die Trägerschaft haben ablehnen lassen.
Schade – wir hätten es uns anders gewünscht.

Rainer Schirge

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Stand: 16.05.2018
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