Allerlei Abgaben, Steuern, Spenden und Kollekten!

Schon immer waren die jeweiligen Regierungen und auch die Kirche bemüht, Abgaben und Steuern zu begründen und zu fordern.

So hatten in früheren Zeiten auch die Bürger der Kirchengemeinde Süsel Abgaben an die Kirche in Süsel zu zahlen. Das waren Baulasten, Michaelisgefälle, Pfingstabgaben, Katen Gelder und die sogenannte Pflugumlage. Bis heute hat sich noch eine Roggenabgabe für verpachtete Kirchenäcker erhalten, allerdings erhält die Süseler Kirche diese Sachabgabe in abgewandelten Euros, sicherlich für alle Beteiligten eine große Erleichterung!

Die Kirchensteuern werden heute vom Staat für die Kirche eingezogen und abgeführt. Dieses für die Kirche praktische Verfahren war aber nicht immer so. Eine handgeschriebene Kladde aus dem Jahre 1947, für die 18 Dörfer der Kirchengemeinde Süsel und einzelne, nun mit der Schreibmaschine geschriebene Blätter für 1949/50 liegen mir vor. Die alte Kladde und die Blätter zeigen mir auf, wie mühsam damals die Arbeit des Rechnungsführers der Kirche war. Hinter den Namen der Steuerpflichtigen auf den Blättern der Kirchdörfer, hat der Bearbeiter in den entsprechenden Spalten die zu zahlende Ortskirchensteuer in Soll und Ist Spalten, sowie eine 8% Lohn- bzw. Eink. –Steuer geführt, dabei stimmt oft Soll und Ist nicht überein. Viel Aufwand bezeugen auch die mit zahlreichen Änderungen, Bemerkungen, Streichungen und Abhakungen geführten Listen.

Andere Möglichkeiten, Geld zu erhalten, waren Spendenaufrufe für verschiedene Anlässe. Mir liegt eine Spendenliste des Gustav-Adolfs Vereins für die notleidenden protestantischen Glaubensgenossen in katholischen Ländern für Fassensdorf vor, und zwar für die Jahre 1854 – 1857: 5 Mark und 6 Schillinge, 5M/11S, 8M/1S und 8M/15S. Für das Jahr 1890 sogar 13,5 Mark. Es wurde auch gespendet für notleidenden Haffkruger anlässlich der Sturmflutkatastrophe an der Lübecker Bucht 1872. Dann gab Fassensdorf 1891 3 Mark für die Mission in Breklum und noch mal 6,80 Reichsmark im Jahre 1936.

Auch in der heutigen Zeit wird gespendet. Erfolgreich sind dabei besonders Projekt bezogene Spenden, so wurden in den letzten Jahre zum Teil großzügige Spenden für eine Kirchenglocke, für die kunstvollen Buntglasfenster, für einen Taxiservice oder für das neue Geländer des Kircheneinganges gestiftet. Die neuesten Projekte betreffen die St. Laurentius Stiftung für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit in Süsel und für Schatten spendende Bäume in Uganda. Aber auch Naturalgaben werden reichlich gespendet, seit jeher für das Erntedankfest und seit 1997 für die Aktion „Knusperhäuschen.“

Die vielen Backzutaten werden von den Konfirmanden in den Orten eingesammelt und dann in der Bäckerei Andreas Schacht zu leckeren bunten Keksen verarbeitet. So sind inzwischen über 160000 Kekse für die gute Sache entstanden und zum Verzehr verkauft wurden. Den Erlös erhält ein rumänisches Kinderheim in Alba Iulia.
Die einfachste Form um Geld einzusammeln ist die Kollekte. Das Einsammeln des Geldes geschieht meistens nach der Predigt während des Gesanges. Die Kollekte kann als karitative Spende, als Dankopfer und Selbsthingabe an Christus und seine notleidenden Brüder und Schwestern gesehen werden.

Wohl ein jeder Besucher des Gottesdienstes hat das die Bankreihen durchwandernde, an einem langen Stab befestigte Säcklein unserer Kirche schon gesehen und wahrscheinlich das erwünschte Geld in diesen fallen lassen!
Das an einem langen Stab befestigte Säcklein aus Leder, Samt, Seide oder anderem Zeug, worauf in alter Zeit häufig der Name und das Wappen des Landesherrn eingearbeitet war, ist der weithin bekannte Klingelbeutel. Auf dem Süseler Klingelbeutel steht: „GOTT ZUR EHR, DER NOT ZUR WEHR.“

An den Beutel war oder ist eine Klingel befestigt, damit die Gottesdienst Besucher den Beutel auch wahrnehmen! Gegen einen, der den Klingelbeutel bestahl, oder statt Geld Steine, Blech, Knöpfe und desgleichen einlegte, wurde früher die gehörige Kirchenzucht angewendet.

Die so eingesammelten Kollekten werden einem bestimmten Zweck zugeführt. Seit einigen Jahren erhält jede Kirchengemeinde für die Projektempfehlungen einen dicken Kollektenplaner. Hierin stellen sich etliche Vereine mit ihren Projekten vor und werben für ihre Einrichtungen, wahrlich ein Katalog der Not! Für die Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Kirchenvorstandes ist es eine große Erleichterung nun orientierte, ausgewogene Vorschläge aus 8 verschiedenen Lebensbereichen dieses beeindruckenden Werkes auszusuchen und dem Pastor zu empfehlen. Etliche Sonntage sind dem Pastor bereits von der Kirchenleitung mit Pflichtkollekten vorgegeben wurden, deshalb ist seine Wahl sehr eingeschränkt.

Übrigens, den Gustav-Adolfs Verein gibt es noch immer, nun bereits seit 170 Jahren. Als Beispiel folgen jetzt drei Angaben des Kollektenplanes von 2011: „13. März – Pflichtkollekte des Kirchenkreises, 10. April – Altonaer Kinderkrankenhaus und 21. August – Dunkelziffer e. V.“

Die am Ausgang gesammelten Spenden kommen der eigenen Kirchengemeinde zu Gute.
„Ein jeder gebe, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“  (2.Kor 9,7)

Helge Lehmkuhl

 

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Stand: 16.05.2018
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